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Zugriffsumleitung

Um die Zugriffe auf einen Server umzuleiten, bestehen prinzipiell mehrere Möglichkeiten.
  1. Mittels Anpassung des DNS-Records.
  2. Wäre der Einsatz eines Lastverteilers oder virtuellen Servers denkbar.
  3. Durch die Übernahme der IP des ausgefallenen Rechners.

Bei der Anpassung des DNS-Records wird auf den Umstand zurückgegriffen, dass in den meisten Fällen mittels der Hostnamen und nicht mittels der IP adressiert wird. Dabei wird dem Hostnamen des ausgefallenen Rechners die IP des Servers zugeordnet, der den Dienst übernimmt.
Dabei ist zu beachten, dass die weltweite Verteilung und das Caching von DNS-Einträgen auf anderen Servern und in lokalen DNS-Caches zu großen Verzögerungen bis zur vollständigen Bekanntmachung der Umstellung führen kann - Zeiten im Bereich mehrerer Stunden sind üblich. Während dieser Zeit werden Anfragen immer noch an die IP des ausgefallenen Rechners vermittelt und die Dienste scheinen für den Nutzer nicht erreichbar. Im schlimmsten Falle ist sogar vorzustellen, dass einzelne Nutzer die Bekanntmachung erst erfahren, nachdem der ausgefallene Rechner bereits wieder instand gesetzt wurde. Es wäre auch denkbar, dass in der Folge der Server, der den Dienst übernommen hatte, noch Stunden nach der Reparatur des urspünglichen Zielrechners mit Anfragen beschäftigt wird, die für den anderen Rechner gedacht sind - und das zusätzlich zu den ihm übertragenen Aufgaben.

Neben dieser recht einfach zu implementierenden, aber mit oben genannten unschönen Nebeneffekten behafteten Methode wäre ein Szenario vorstellbar, in dem ein den Server vorgeschaltener virtueller Server die Verteilung auf die diensterbringenden Rechner koordiniert. Dabei sind die unterschiedlichen Möglichkeiten denkbar, die beispielsweise das Linux Virtual Server Project oder die verschiedensten Hardware-Router (beispielsweise von Cisco) bereitstellen.
So könnte der virtuelle Server die Erreichbarkeit der Dienste auf den eigentlichen Servern testen und demnach die Verteilung vornehmen. Da hierbei jeglicher Verkehr über die IP des virtuellen Servers abgewickelt wird, wäre der Ausfall für die Nutzer transparent. Auch ließe sich dabei der Einsatz von lastbasierten Verteilungsmechanismen vorstellen.
Da aber der virtuelle Server hierbei einen Single Point of Failure darstellt, sollte die Implementierung im Produktivbetrieb robust sein - eventuell robuster, als ein Linux Virtual Server ist - und die Möglichkeit dieser Ausfallstelle bedacht werden.

Die dritte Möglichkeit, die eine Umleitung der Anfragen, die eigentlich an einen ausgefallenen Server gerichtet sind, ermöglicht, ist die Übernahme der IP durch den Ersatz-Rechner. Dabei erhält der vorübergehende Dienstleister die IP, an die ursprünglich der Traffic gerichtet ist.
Diese Umschaltung kann aktiv geschehen, indem der Ersatz-Rechner die IP zusätzlich zu seiner oder seinen bisherigen auf ein Interface schaltet oder auch indem er mittels arp-spoofing nur die ARP-Anfragen an die IP beantwortet, dann allerdings auf IP-Ebene mit seiner eigenen arbeitet. Da die einzelnen Schichten allerdings verschiedene Sicherungsmaßnahmen zur Entlastung des eigenen Rechners und vor Angriffen oder Fehlkonfigurationen anderer Rechner enthalten, würden Pakete mit fehlerhafter Adressierung verworfen. Somit müsste man diese Sicherungsmaßnahmen ausschalten und umgehen, sowie in der Folge für deren Funktionalität eigene Vorkehrungen treffen, weshalb ein zusätzliches Beschalten eines Interfaces mit der zu übernehmenden IP einfacher, sicherer und stabiler ist.


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Marko Damaschke 2005-06-11