Oliver Keuling

Managing wild boar - Considerations for wild boar management based on game biology data

Grouping patterns, space use, dispersal, hunting impact, and hunting efficiency

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http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-38928

Kurzfassung in Englisch

Objectives
To prevent economic problems by high wild boar populations, an effective and biologically based wild boar management has to be established. A lot of wild boar research has been done in the last decades. However, game managers were not able to incorporate this knowledge into the development of effective management strategies. Thus, furthermore studies have to be accomplished to expand wild boar science and management.
This thesis, based on a radiotelemetric study in southwestern Mecklenburg–Western Pomerania, presents research results on wild boar space use patterns, dispersal, grouping patterns and divisions. For all these measures I examined the influence of age classes and environmental factors affecting behavioural patterns (e.g. hunting, seasonal resources, seasonal requirements). Finally, I discussed efficiency and amount of hunting pressure of different hunting methods.

Results
The wild boar groups divided temporarily in 12.3 % of all observed localisations. We defined four types of divisions: short-term local, short-term extensive, long-term extensive and final division. The small home range sizes did not differ between age classes or group types with a slight tendency for larger home ranges of yearlings, especially in summer. The shift of summer home ranges was stronger in yearlings than in adults. Three space use patterns occurred in summer: field sows, commuters and forest sows. Only 15 % of all shot animals were shot outside their mothers’ home range, only one fourth of these “dispersed” animals were females. Males were shot at larger distances than females. Diurnal activity was positively influenced by daytime length, nutritional needs and fewer disturbances. Due to this reasons an impact of hunting was not clearly detectable. Hunting did influence activity and space use only in moderate intensities. Single hunt from hides is the dominating and an efficient hunting method. The sustainable harvest rate was not exhausted.

Conclusions
The small home ranges and low, male biased, dispersal rates denote strong site fidelity in all age and reproductive classes within female wild boar. The short distances and low dispersal rates, even within males, might be affected by all year round equably distributed high abundance of resources. Changed space use patterns in summer are mainly influenced by changed food availability. Although hunting was often presumed to be responsible for behavioural changes, little direct influences were observed in this study. The results reflect an interaction between habitat types, season, and nutritional needs on most behavioural patterns. Sound nutritional conditions and year-round low hunting pressure might be responsible for similar seasonal home ranges. Group fluctuations, occurrence of sub-groups as well as temporary and final divisions seem to be common behavioural patterns within wild boar groups, depending on age classes, reproduction, and seasonal nutritional supplies. Wild boar groups react flexible on several seasonal internal and extrinsic factors. The omnivore wild boar is enabled easily to adapt to various environments. Its wide eco-ethological plasticity enables the species to colonize new habitats and enlarge its distribution.
All over Europe hunting rates seem to be lower than reproduction of wild boar. To reduce populations and thus, damages, supplemental feeding should be reduced and hunting rates have to be increased especially for females, as all age classes of females are highly reproductive. Hunting management is the most important tool for disease and damage control. As all hunting methods caused similar and negligible disturbances in this study, efficiency should get top priority. The combination of different hunting methods is necessary for reduction on comprehensive areas.

Kurzfassung in Deutsch

Ziele
Um ökonomische Probleme durch Schwarzwild zu vermeiden, muss eine effektive und biologisch fundierte Schwarzwildbewirtschaftung etabliert werden. Die Schwarzwildforschung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt. Trotzdem konnten viele Erkenntnisse nicht in eine effektive Bewirtschaftung umgesetzt werden. Daher sind Untersuchungen zur Erweiterung des Wissens um das Schwarzwild weiterhin wichtig.
Diese These, basierend auf einer radiotelemetrischen Studie im südwestlichen Mecklenburg-Vorpommern, präsentiert Ergebnisse zu Raumnutzung, Ausbreitung, Rottenverhalten und –teilungen. Für all diese Verhaltensmuster wurden Einflüsse der Altersklassen und anderer Faktoren wie Bejagung, saisonale Ressourcen und Bedürfnisse untersucht. Abschließend werden Effektivität und Störungseinfluss verschiedener Bejagungsmethoden diskutiert.

Ergebnisse
In 12,3 % der Lokalisationen waren die Rotten vorübergehend getrennt. Wir haben vier Trennungstypen definiert: kurzzeitig-lokal, kurzzeitig-extensiv, langzeitig-extensiv und final. Die kleinen Streifgebietsgrößen unterschieden sich kaum zwischen Altersklassen und Rottentypen. Überläuferbachen zeigten eine leichte Tendenz zu größeren Sommerstreifgebieten und verlagerten die Sommerstreifgebiete stärker als Familienrotten. Drei Raumnutzungsmuster waren im Sommer offensichtlich: Feldsauen, Pendler und Waldsauen. Lediglich 15 % aller erlegten Tiere wurden außerhalb ihres Mutterstreifgebietes geschossen, nur ein Viertel dieser „abgewanderten“ Tiere waren weiblich. Keiler wurden in größeren Distanzen als Bachen erlegt. Tagaktivität wurde positiv von der Tageslichtlänge, Nahrungsbedarf und geringer Störung beeinflusst. Aufgrund dieser Faktoren war ein Einfluss durch Bejagung nicht klar erkennbar. Bejagung beeinflusste Aktivität und Raumnutzung nur moderat. Die dominierende Jagdart „Einzeljagd auf dem Ansitz“ war durchaus effektiv, dennoch wurde die nachhaltige Zuwachsrate nicht abgeschöpft.

Schlüsse
Die kleinen Streifgebiete und niedrigen, keilerdominierten Abwanderungsraten deuten eine starke Standorttreue weiblichen Schwarzwildes in allen Altersklassen an. Die niedrige Abwanderung mit gleichzeitig geringen Distanzen, auch bei Keilern, dürfte durch ganzjährig gleichmäßig verteilte besonders günstige Ernährungsbedingungen beeinflusst sein. Unterschiedliche geänderte Raumnutzungsmuster werden vor allem durch unterschiedliche Nahrungsverfügbarkeiten beeinflusst. Obwohl oft Jagddruck als Hauptursache für Verhaltensänderungen angesehen wird, konnten in dieser Untersuchung nur ein geringer Einfluss der Jagd nachgewiesen werden. Die Ergebnisse reflektieren eine Interaktion zwischen Habitattypen, Jahreszeiten und Nahrungsbedarf auf die meisten Verhaltensmuster. Günstige Ernährungsbedingungen und ganzjährig gleichmäßig niedriger Jagddruck könnten für gleich bleibende saisonale Streifgebiete verantwortlich sein. Änderungen in der Rottenstruktur, Auftreten von Teilrotten sowie temporäre und finale Teilungen scheinen normale Verhaltensmuster beim Schwarzwild zu sein, abhängig von Altersklassen, Reproduktion und saisonalem Nahrungsangebot. Schwarzwildrotten reagieren flexibel auf diverse saisonale interne und externe Faktoren. Das omnivoren Schwarzwild ist befähigt, sich schnell an verschiedenste Umwelten anzupassen. Die große öko-ethologische Plastizität ermöglicht es dieser Art neue Lebensräume zu erschließen und sein Verbreitungsgebiet auszudehnen.
In ganz Europa scheinen die Jagdstrecken unter der Zuwachsrate des Schwarzwildes zu liegen. Um die Populationen, und damit die Schäden zu reduzieren, müssen Fütterungen reduziert und die Bejagung intensiviert werden. Dieses gilt insbesondere für die Bejagung von weiblichem Schwarzwild, da alle Altersklassen hohe Reproduktionsraten aufweisen. Jagdliche Bewirtschaftung ist das wichtigste Werkzeug zur Bekämpfung von Krankheiten und Wildschäden. Da alle Jagdmethoden in der vorliegenden Studie ähnlich geringe Störungen hervorrufen, sollte die Effektivität in den Vordergrund treten. Die Kombination verschiedener Jagdmethoden und Zusammenarbeit der Jäger ist zwingend erforderlich zur Reduktion der Schwarzwildpopulationen.

weitere Metadaten

übersetzter Titel
(Deutsch)
Schwarzwildbewirtschaftung – Überlegungen zur Schwarzwildbewirtschaftung begründet auf wildbiologischen Daten
Schlagwörter
(Deutsch)
Wildschwein, Sus scrofa, Jagdwirtschaft, Radiotelemetrie, Raumnutzung, Streifgebiet, Ausbreitung, Bejagungseinflüsse, Saisonalität, Altersklassenunterschiede, soziale Gruppierungsmuster
Schlagwörter
(Englisch)
wild boar, Sus scrofa, game management, radiotelemetry, spatial utilisation, home range, dispersal, hunting impact, seasonality, age class differences, grouping pattern
DDC Klassifikation630
RVK KlassifikationZC 92250
Institution(en) 
HochschuleTechnische Universität Dresden
FakultätFakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften
ProfessurProfessur für Forstzoologie
BetreuerProf. Dr. Mechthild Roth
GutachterProf. Dr. Mechthild Roth
Prof. Dr. Klaus Hackländer
DokumententypDissertation
SpracheEnglisch
Tag d. Einreichung (bei der Fakultät)17.09.2009
Tag d. Verteidigung / Kolloquiums / Prüfung01.06.2010
Veröffentlichungsdatum (online)13.07.2010
persistente URNurn:nbn:de:bsz:14-qucosa-38928

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