- AutorIn
- Wolfgang Dietrich
- Titel
- Bergbaufolgelandschaften im Naturpark „Erzgebirge/Vogtland”
- Zitierfähige Url:
- https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1022356
- Schriftenreihe
- Naturpark spezial
- Bandnummer
- 11
- Erstveröffentlichung
- 2017
- Abstract (DE)
- Im Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“ gibt es zahlreiche historische Zeugen des Bergbaues, die das von der Natur geschaffene Landschaftsbild drastisch veränderten. Dort wo ursprünglich Wälder, Moore, Flüsse, Bäche und Felsen die Landschaft prägten, entstanden durch bergbauliche Tätigkeiten des Menschen Halden, Stollen, Pingen, Steinbrüche, Sandgruben, Teiche und Floßgräben, wurden Wälder großflächig gerodet. Im Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“ begann dieser massive Eingriff in die Natur im 15. Jahrhundert, lokal schon im 14. Jahrhundert. Es entstanden bedeutsame Bergstädte: 1496 Annaberg, 1521 Marienberg und 1522 Scheibenberg. Nachdem der Abbau von Silber-, Zinn-, Kupfer- und Kobalterzen im 19. Jahrhundert zum Erliegen kam, wurde nach 1945 Uranerz abgebaut. In dieser Zeit entstanden zahlreiche große Halden. In Steinbrüchen wurden und werden noch heute Rohstoffe für den Bau von Gebäuden und Verkehrswegen gewonnen. Die Natur hat inzwischen diese zunächst scheinbar leblosen Areale Schritt für Schritt mit neuem Leben ausgestattet. Hat der Mensch nicht erneut in die natürliche Sukzession eingegriffen, entstanden naturnahe Lebensräume, die besonders in den Anfangsphasen der Wiederbesiedlung einen enormen Artenreichtum aufweisen. Einige dieser Lebensräume sind so artenreich, dass sie als Flächennaturdenkmale ausgewiesen oder in Landschaftsschutz-, FFH- oder Europäische Vogelschutzgebiete integriert worden sind. Wir finden heute dort zahlreiche Arten und Lebensraumtypen, die in Sachsen selten geworden sind. Die zahlreichen, oft kleinflächigen Strukturelemente geben diesen Bergbaufolgelandschaften etwas Einmaliges, bieten zahlreichen Pflanzen, Tieren und Pilzen in einem landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und industriell geprägten Gebiet Lebensraum. Naturfreunde wissen dies zu schätzen. Wir sind in der Pflicht dieses Kleinod zu pflegen und zu erhalten. Die Landbesitzer und Pächter sollten behutsam und verantwortungsbewusst mit den noch erhaltenen Zeitzeugen umgehen. Die Landschaft im Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“ ist vielerorts vom Bergbau geprägt. Im Rahmen dieser Studie waren wir deshalb gezwungen einige Objekte auszuwählen. Hauptanliegen der Arbeit ist es, über die aktuelle Artenvielfalt dieser Landschaftselemente zu berichten. Da die meisten dieser Objekte noch nicht die Endphase der Sukzession erreicht haben, wird es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu weiteren Veränderungen der Artenzusammensetzung kommen, so dass dieser Beitrag zugleich eine Bestandsaufnahme zumindest eines Teiles der aktuell vorkommenden Arten in den untersuchten Bergbaufolgelandschaften ist. Bewusst wurden neben in Sachsen seltenen auch häufige Arten berücksichtigt. Der größte Teil der Arten wurden im Zeitraum 2010 bis 2016 beobachtet. Erfolgten die Beobachtungen vor 2010 wird darauf hingewiesen. Alle im Bericht aufgeführetn Arten hat, wenn nicht anders vermerkt, der Erstautor beobachtet und bestimmt. Die Benennung der Pflanzen erfolgt nach Schulz (2013), der Pilze nach Hardtke et al. (2015) und die der anderen Arten nach Roten Listen und Artenlisten Deutschlands und Sachsens.
- Freie Schlagwörter (DE)
- Sachsen, Erzgebirge, Vogtland, Natur, Bergbaufolgelandschaften
- Klassifikation (DDC)
- 333.7
- 580
- 590
- 910
- Klassifikation (RVK)
- TZ 9962
- AR 13720
- AR 13440
- Normschlagwörter (GND)
- Erzgebirge-Vogtland, Bergbaunachfolgelandschaft, Landschaftsstruktur, Biotop, Pflanzen, Tiere
- Verlag
- Zweckverband Naturpark „Erzgebirge/Vogtland”, Schlettau
- Version / Begutachtungsstatus
- publizierte Version / Verlagsversion
- URN Qucosa
- urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-1022356
- Veröffentlichungsdatum Qucosa
- 11.02.2026
- Dokumenttyp
- Buch
- Sprache des Dokumentes
- Deutsch
- Lizenz / Rechtehinweis